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Das Lotos-Sutra lehrt von Anfang bis Ende die Ein­heit von Meis­ter und Schü­ler und ihre gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung. Die Geschich­te des Bud­dhis­mus zeigt, dass die Ver­gött­li­chung Shakya­mu­nis begann, als sei­ne Schü­ler sich nicht län­ger mit dem glei­chen Enga­ge­ment wie er ein­setz­ten. Sobald Shakya­mu­ni, der die Erleuch­tung in der unend­li­chen Ver­gan­gen­heit erlang­te, zu einem über­ir­di­schen, über­mensch­li­chen Wesen gemacht wur­de, konn­te die Bezie­hung zwi­schen Meis­ter und Schü­ler nicht mehr funk­tio­nie­ren. Wenn also die Schü­ler der Geis­tes­hal­tung und dem Ver­hal­ten des Bud­dha nicht mehr nach­ei­fern, wird Letz­te­rer zu einem blo­ßen Ver­eh­rungs­ob­jekt und kann kein Vor­bild mehr für die mensch­li­che Revo­lu­ti­on ande­rer sein.

Das Erbe des wich­tigs­ten Lebens­ge­set­zes, Gosho­vor­le­sung, S. 122